Neubau für das MGB?

Neubau für das MGB? Ein Leserbrief an die Brettener Nachrichten
Leserbrief zu „Landeszuschuss frühzeitig beantragt“ vom 9. Februar 2018

Die Meldungen über anstehende Renovierungen im (bisherigen) Umfang von 10 Mio. Euro geben Veranlassung,  für unser altehrwürdiges MGB die Initiative zu ergreifen: Als Schulgebäude am jetzigen Standort hat das MGB seine beste Zeit hinter sich. Die zu verschiedenen Zeiten nach Bedarf zusammengestoppelten Gebäulichkeiten stellen ein Flickwerk dar, das  Altehrwürdiges (Altbau) und nüchternen Flair einer Unterrichts- und Lehranstalt (Bronner-, Seedammbau) mit einem extravaganten Akzent (Gelenkbau, schiefes Fenster) zusammenbringt. Als Ganzes aber sind die Gebäude kaum eine Stätte, in der nach modernen Ansprüchen und Erfordernissen Bildung und Kompetenzen angemessen vermittelt werden können: Lange Gänge, an denen sich die nüchternen Klassenräume wie Amtsstuben aneinanderreihen. Die räumlichen Entfernungen zwischen ihnen  oder von dort zu Lehrerzimmer bzw. Sekretariat lassen sich oft nicht einmal in der zur Verfügung stehenden Pausenzeit vom Lehrpersonal bewältigen. Zumindest der Glasübergang zum Altbau ist im Winter bitterkalt und eine Quelle für Erkältungskrankheiten für den, der ihn durcheilt. Es fehlen angemessene Gruppenarbeitsräume und Kommunikationszentren, es fehlt eine Freihandbücherei mit Arbeitsplätzen, es fehlen Aufenthaltsräume für Fahrschüler oder Arbeitsplätze außerhalb der Klassenräume, es mangelt insgesamt an – wie soll ich’s sagen, ohne missverstanden zu werden? – „heimeliger“ Atmosphäre, die den Ort „Schule“ für Schülerinnen und Schüler attraktiv macht. Die Aufsichtssituation bei den diversen Außenanlagen ist kaum überschaubar. Der Standort am verkehrlichen Brennpunkt unserer Stadt ist schülerfeindlich, und wir können alle dankbar sein, dass es bisher keinen Unfall gegeben hat. Kurzum: Die Elternschaft sollte angesichts erheblicher neuer Investitionen in die alten Gebäude den Gedanken aufgreifen , dass das MGB an einem anderen Standort neu gebaut werden müsste, so dass sich eine Schule ergibt, die neuzeitlichen räumlichen Ansprüchen gerecht wird. Ich weiß, dass das eine Herkulesaufgabe sein dürfte, dass der Gemeinderat und die Kultusbürokratie überzeugt werden müssten. Aber immer weitere Investitionen bringen keine Verbesserungen der insgesamt wenig schülergerechten Ausstattung der alten Dame MGB. Die jetzt geplanten Investitionen machen das MGB jahrelang zur Baustelle, und im Ergebnis hat sich dann doch nichts  verändert, außer dass neue Kabel unter neu getünchten Wänden liegen: Der ehrwürdige und liebgewonnene, aber desolate Altbau steht weiterhin mit seinen zwei angebauten Kästen unzeitgemäß da und behauptet sich durch bloße Anwesenheit mit dem Charme aus vergangenen Zeiten. Es fehlt der Mut des Gemeinderats, der Elternschaft, der Schulleitung zu erkennen, dass das, was vor Jahrzehnten wohlmeinend gebaut wurde, heute und in Zukunft den Ansprüchen und Notwendigkeiten nicht mehr genügt.

Eberhard Schallhorn, Bretten

 

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.